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Mag. Anita Frauwallner, Gründerin des Instituts Allergosan: "Innovation ist meine DNA"

Hinter der 25-jährigen Erfolgsgeschichte des Instituts Allergosan steht eine Powerfrau, dank der die probiotische Medizin einen wahren Siegeszug rund um den Globus angetreten hat: Anita Frauwallner. Ein Austrian Business Woman-Porträt.

Ein privater Schicksalsschlag war es, der das Interesse von Anita Frauwallner für Darmerkrankungen weckte. Ihr Mann, ein Mediziner in den besten Jahren, zog sich bereits während der Maturareise eine heimtückische Diarrhoe zu, die sich im Laufe der Jahre zu einer tödlichen Erkrankung entwickelte. „Mein Mann hatte zur damaligen Zeit sicherlich die absolut beste Betreuung, doch Fortschritte machte er trotz der Behandlungen nicht. Deshalb wollte auch ich ihm helfen und habe nach Alternativen zur klassischen Schulmedizin gesucht“, so Anita Frauwallner. In Deutschland besuchte sie zahlreiche Kurse, studierte Fachliteratur, befasst sich intensiv mit Homöopathie und Ernährungsmedizin. Vergeblich. Den entscheidenden Kampf verlor sie dennoch, mit knapp 40 Jahren verstarb ihr geliebter Mann. „Danach wollte ich nichts mehr über den Darm und seine Erkrankungen wissen“, erinnert sich Frauwallner an diese Zeit. Doch es kam alles ganz anders. Zufall oder Schicksal – sie lernte einen Mikrobiologen kennen. Sein Spezialgebiet: Darmbakterien. „Ab diesem Zeitpunkt hat mich das Thema nicht mehr losgelassen. Die Mikrobiomforschung. Es war faszinierend. Nach den ersten Vorträgen des Experten war mir klar: Hätte ich das alles Jahre früher gewusst, hätte mein Mann vielleicht nicht sterben müssen. Ich bin sogar davon überzeugt, dass ich ihm mit meinem heutigen Wissen hätte helfen können.“

Aus Interesse wird eine Mission

In den ersten zehn Jahren wurde das von Frauwallner gegründete Institut Allergosan noch aus rein persönlichem, wissenschaftlichem Interesse geführt. Ab 2002 entstanden dann große Forschungskooperationen mit zwei niederländischen Universitätskliniken. Diese resultierten in weltweit beachteten Studien zu den Themen „Multispezies-Probiotika zur Behandlung der Antibiotika-assoziierte Diarrhoe“ und zur „Allergieprävention während der Schwangerschaft“. Die heute entwickelten Probiotika sind auf dem derzeit höchsten medizinischen Niveau. „Mein Ziel ist es, dass es für Ärzte weltweit selbstverständlich wird, diese auch einzusetzen“, sagt Anita Frauwallner. Obwohl die Produkte ihres Unternehmens selbst bei chronisch Kranken zu signifikanten Verbesserungen der Lebensqualität führen und sie dafür regelmäßig Dank und Anerkennung von Ärzten und Apothekern bekommt, liegt ihr viel daran, dass Krankheiten erst gar nicht entstehen. „Ich war immer ein Gegner davon, dass sich die Gesellschaft chronisch kranke Menschen züchtet. Ziel muss es sein, die Gesundheit zu erhalten.“ Prävention ist ihr daher besonders wichtig. Anita Frauwallner ist dafür das beste Beispiel: Während andere vermutlich längst die Lorbeeren des Erfolgs genießen würden, reist sie unermüdlich von einem Termin zum nächsten. Frankfurt, Zürich, Stuttgart, die USA, Asien. Konferenzen, Vorträge, Expertengespräche, Schulungen – alles um ihre Botschaft, ihren Erfahrungsschatz mit anderen zu teilen und auf die positive Wirkung der Omni-Biotic-Produkte auf die Darmgesundheit aufmerksam zu machen. Um diesem Arbeitspensum gewachsen zu sein, schwört sie seit 25 Jahren auf die Wirkung von Probiotika. „Ich merke ganz einfach, dass ich mich dadurch wohler fühle, besser aufgelegt und viel leistungsfähiger bin. Sie werden bei mir immer eine Packung Stress Repair finden, egal ob im Handkoffer oder Badezimmer“, so die Powerfrau.

Dankbar und zufrieden

Wie die meisten erfolgreichen Frauen, die etwas verändern wollen, bekam auch sie anfangs den Neid und die Missgunst all jener zu spüren, die sich seit Jahren sicher waren, mit geringem Aufwand an der Spitze zu bleiben. „ Ich sage immer: Innovation ist meine DNA, die Veränderung zum Besseren mein Antrieb.“ Wer diese Einstellung lebt, sorgt im Gesundheitsbusiness zuweilen für Unbehagen und muss damit rechnen ausgebremst zu werden, mitunter auch mit unfairen Mitteln. Doch Anita Frauwallner war und ist nicht aufzuhalten. Ihr Erfolgsgeheimnis: Man muss in dem was man tut, absolute Zufriedenheit erlangen. „Wenn ich am Abend den Laptop zuklappe bin ich glücklich, an diesem Tag etwas getan zu haben, dass für andere Menschen und mich Sinn macht. Ich bin sehr dankbar, dass ich so ein Leben führen darf.“

Loyale Mitarbeiter

Auch die Mitarbeiter – derzeit rund 130 – schätzen, dass die „Chefin“ ein Ohr für deren Wünsche und Sorgen hat. Persönliche ebenso wie geschäftliche. „Wenn es wirklich wichtig ist, bin ich auch um Mitternacht erreichbar. Ist schon passiert“, versichert Frauwallner, die von allen im Unternehmen Beschäftigten höchste Arbeitsqualität und das Übernehmen von Verantwortung erwartet. Die Mitarbeiter danken ihr dieses Vertrauen mit Loyalität. Trotz klarer Spielregeln verschließt sich die Geschäftsführerin niemals gut gemeinter Kritik und Ratschlägen. „Wenn jemand aus meinem Team bereit ist Kritik zu üben, dann hat er es sich verdient, dass ich genau zuhöre. Ich trage schließlich die Verantwortung für das Unternehmen, wenn ich nicht aufmerksam bin, erhöht sich die Chance, dass ich Fehler mache.“ Ihre Arbeitsweise bezeichnet Frauwallner als klar strukturiert, sich selbst als multitaskingfähig. Vor Entscheidungen schreckt sie nicht zurück, überlegt aber genau, was sie tut – und verlässt sich zu 90 Prozent auf ihr Bauchgefühl. Wie bei der möglichen Expansion in die Fokusmärkte USA und China. „Ich denke gründlich darüber nach, ob wir in einen neuen Markt gehen und frage mich immer, ob auch die Menschen, die von mir abhängig sind, etwas davon haben.“

Trotz des dichten Terminkalenders nimmt sich Anita Frauwallner zweimal jährlich eine Auszeit. Jeweils vier Wochen. Am leichtesten in der Natur, wo es kein Handy und keinen Computer gibt. „In der Natur finde ich zurück zu mir selbst. Zurück zu dem was wesentlich ist. Ich habe das größte Glück, dass mein Sohn im Unternehmen ist, er weiß, wo er mich im Notfall per Funk erreichen kann“, sagt sie schmunzelnd. Tauchen zählt zu ihren großen Leidenschaften, aber auch Musik, Theater und die Oper. Sie lässt sich gerne davon begeistern, wenn Emotionen auf der Bühne dargestellt werden. Das Geheimnis ihres beruflichen Erfolgs gibt sie gerne an die ABW-Leserinnen weiter: Man muss an sich glauben, egal was man macht. Man muss davon überzeugt sein, dass man in der Lage ist, etwas zu bewegen. Durch Widrigkeiten sollte man sich nie abhalten lassen. Aufgeben gibt es nicht. Es ist wie beim Segeln: Vielleicht braucht man eine andere Technik, aber der Kurs sollte immer beibehalten werden. Ich persönlich beurteile meine Arbeit immer nach folgendem Aspekt: Einen wichtigen Kampf habe ich verloren, aber ich möchte die restlichen gewinnen. Ich habe den wichtigsten Menschen in meinem Leben verloren und versuche durch meine Arbeit zu verhindern, dass andere Menschen das selbe Schicksal erleiden.“ 

Foto: www.bigshot.at / Nikola Milatovic