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Dem Glück muss man nachhelfen

Sie sind Künstlerin am Herd, aber in erster Linie Unternehmerin. Bleibt Ihnen noch immer genug Zeit, sich beim Kochen richtig auszuleben?
Genug Zeit ist ein dehnbarer Begriff. Ich koche sehr viel, aber manchmal würde ich gern den ganzen langen Tag und die ganze Woche kochen und backen und Dinge ausprobieren, aber dazu fehlt mir dann doch die Zeit. Ich habe ja nebenbei ein Unternehmen zu führen und habe noch einige andere Tätigkeiten, wie meine Dreharbeiten, die Hühnerzucht und natürlich: meine Familie, die ich auch sehen will.

Wie definieren Sie eine perfekte Mahlzeit?

Wenn man nach einer halben Stunde noch immer glückselig über das Gegessene ist und nichts bereut.

Bitte erläutern Sie kurz die Ziele der Sarah Wiener Stiftung und was Sie dazu bewogen hat, sie ins Leben zu rufen.

Ich glaube, dass Kochen sehr unterschätzt wird. Es ist unsere erste Kulturleistung. Es gibt uns die Kontrolle über unseren eigenen Körper zurück und schenkt Selbstvertrauen. Es schult den Geschmack. Kochen stärkt die Kommunikation, die Feinmotorik und die Kreativität. Selber kochen ist ein Bollwerk gegen die reichlichen Zivilisationskrankheiten.
Da sehr viele Eltern nicht mehr kochen können oder schlicht überfordert sind, finde ich, dass man in Kindergärten und Schulen jedem Kind die Möglichkeit zum Kochen lernen verschaffen sollte. Die Sarah Wiener Stiftung bildet Erzieher und Lehrer im Kochen und in Lebensmittelkunde weiter und diese führen dann Kochkurse mit den Kindern durch. Wir liefern neue Rezepte und Themengebiete und begleiten die Kochkurse mit einem gegenseitigen Austausch. Dadurch verpflanzen wir das Wissen in die Schulen und sind nachhaltig.?Wir helfen den Klassen, Sponsoren für frische Lebensmittel und Kochgeräte zu finden, unterstützen viele Einrichtungen auch finanziell und bieten flankierend Bauernhoffahrten an, damit Kinder einen Bezug zu Lebensmitteln bekommen.
Sie können sich vorstellen, dass wir uns über jeden gespendeten Euro und über jede Unterstützung sehr freuen, weil wir beides wirklich sehr gut gebrauchen können.

Sie sind ein leuchtendes Beispiel dafür, wie weit man es ohne Schulabschluss schaffen kann. Würden Sie diese Entscheidung jederzeit wieder treffen oder haben Sie sie manchmal bereut?

Ich lebe ein spannendes, Selbstbestimmtes Leben in einem der reichsten Länder der Welt. Ich kann mich selbst ernähren. Ich lerne jeden Tag dazu. Ich habe nichts zu bereuen. Das käme mir sehr undankbar vor.
Allerdings würde ich allen Kindern dringend empfehlen und ins Gewissen reden, sich zu bilden und etwas von a bis z zu lernen. Es macht Spaß sich selbst zu fordern und dann noch Erfolg zu haben. Es gibt immer Quereinsteiger und es wird sie immer geben und das ist tröstlich und sollte so sein! Wieso aber so kompliziert wenn man es einfach auch haben kann?
Eine fertige Ausbildung ist ein Gelände, das man jederzeit loslassen kann. Ohne Ausbildung bewegst du dich auf sehr unsicherem Terrain und niemand hat gerade dir persönlich Glück vorbestimmt.??Wie würden Sie rückblickend Ihre bisherige Karriere beschreiben?
Bewegt und noch nicht abgeschlossen.