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Dr. Ulrike Klemm-Pöttinger, Kapsch-TrafficCom-Managerin, über ihre Karriere und Business-Highlights

Kapsch-TrafficCom-Managerin Ulrike Klemm-Pöttinger blickt im Austrian Business Woman-Talk zehn Jahre zurück und spricht über die Entwicklung des Unternehmens, ihre eigene Karriere, Frauenförderung und berufliche Highlights. 

Vor zehn Jahren erschien die erste Ausgabe ABW. Ein Blick zurück: Wo standen Sie beruflich vor zehn Jahren und hätten Sie sich gedacht, dass Ihre Karriere einen solchen ­Verlauf nehmen würde?

Vor 10 Jahre habe ich bereits für Kapsch TrafficCom gearbeitet. Die Gesellschaft war zu diesem Zeitpunkt noch nicht an der Börse notiert, hatte rund 800 Mitarbeiter, einen Umsatz von 200 Mio. Euro, umfasste 20 Gesellschaften in 12 Ländern und verfügte über 140 Projektpeferenzen in 30 Ländern. Heute feiert Kapsch TrafficCom das 10-jährige Jubiläum an der Börse, beschäftigt mehr als 4.800 Mitarbeiter, erwirtschaftet einen Umsatz von mehr als 600 Mio. Euro, setzt sich bislang aus 56 Konzerngesellschaften in 30 Ländern zusammen und agiert in 50 Ländern weltweit – und unser Wachstum geht konsequent weiter. 

Wie haben sich die vergangenen 10 Jahre entwickelt?

Die letzten 10 Jahre waren geprägt von regelmäßigen Großprojekten, rückblickend gesehen sind mir ganz besonderes jene in Tschechien, Polen, Südafrika, Belarus, der Einstieg in den nordamerikanischen Markt sowie Projekte in Australien und die Zusammenarbeit mit unserer Tochtergesellschaft in Argentinien in bester Erinnerung. In den vergangenen 10 Jahren haben sich meine Aufgaben und Verantwortungsbereiche sowie mein Team und mein berufliches Umfeld stark verändert: Ich begann als kaufmännische Leiterin der lokalen Gesellschaft Kapsch Traffic­Com AG mit einem Team von 15 Personen. Heute führe ich Abteilungen mit über 160 Personen auf 5 Kontinenten. Mein Tätigkeitsbereich umfasst die Abteilungen Accounting, Corporate Controlling, Commercial Project Management, Treasury, Tax & Transfer Pricing sowie Risk Management & Internal Control System. Zusätzlich betreue ich auch gemeinsam mit Investor Relations den Kapitalmarkt seit unserer Börsenotierung. 

Hätten Sie sich gedacht, dass Ihre Karriere einmal einen solchen Verlauf nehmen würde?

Ihre Frage, ob dieser Karriereverlauf von mir vorhersehbar war, kann man wohl nur mit „selbstverständlich nicht“ beantworten. Es zeigt aber, dass Frauen in den Führungs- oder unternehmensleitenden Ebenen der Wirtschaft besser integriert werden und durchaus mehr Verantwortung übernehmen können.

Bitte nennen Sie uns Ihr berufliches Highlight der vergangenen zehn Jahre? 

Die Kapsch Group hat sich in den letzten 10 Jahren laufend erfolgreich weiterentwickelt. Aus dieser Zeit ein oder einzelne Highlights herauszunehmen, fällt schwer. Eigentlich ist das Gesamtbild meiner Tätigkeit für die Kapsch TrafficCom, mit all den bewältigten Herausforderungen und Lösungen dazu, mein Highlight. Tatsächlich ist es ein dynamisches Ergebnis, das sich aus einem ständigen Wechselspiel zwischen Herausforderung und erfolgreichen Lösungen, im Umfeld eines kontinuierlichen Unternehmenswachstums ergibt. 

Was muss man mitbringen, um in Ihrer Branche erfolgreich zu sein? 

Unabhängig von der Branche sollte man stets für die Tätigkeit und/oder Produkte seines Unternehmens ein grundsätzliches Interesse aufbringen, anderenfalls finde ich es schwierig, sich in dieses Unternehmen zu integrieren oder damit zu identifizieren. Kapsch TrafficCom ist im Technologie- und Infrastruktursegment tätig. Speziell für unser Unternehmen sollte man daher Interesse an Technologie und laufenden technischen Innovationen, speziell für Mautsysteme und Parkraum-Bewirtschaftungssysteme sowie für deren Einsatz in internationalen Märkten mitbringen. In meinem Verantwortungsbereich, aber auch für mich persönlich ist jedenfalls Spaß an der Arbeit, Einsatzbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein, sicherlich auch Führungseigenschaften im Kontakt mit weltweit tätigen Mitarbeitern erforderlich. In diesem Zusammenhang sollte man nie übersehen, dass man immer nur so gut wie seine Mitarbeiter sein kann. Ich habe die Einstellung, dass ein nachhaltiger, kontinuierlicher Erfolg nur über den Weg eines teamorientierten Arbeitens in einem freundlichen, sachlichen Arbeitsklima erreicht und erhalten werden kann. So wie der Geschäftsverlauf in unserer Unternehmensgruppe ist auch mein persönlicher Zugang zur Arbeit einer permanenten Dynamik zur Weiterentwicklung ausgesetzt. Daher ist meine Antwort zusammenfassend: Man muss Interesse an einer spannenden Arbeit haben und bereit sein, Verantwortung zu übernehmen und sich einzusetzen. 

Werden Frauen in ihren Karrieren im Unternehmen gefördert? 

Folgt man relevanten Statistiken, ist der Frauenanteil in technischen Berufen noch immer vergleichsweise gering. Diese Erfahrung macht Kapsch TrafficCom laufend im Rahmen ihres Recruitings neuer, insbesondere junger Mitarbeiterinnen. Um diese Situation zu ändern, glauben wir, dass schon bei der Ausbildung entschlossenere Initiativen, nicht nur durch eine, auf die aktuellen Bedürfnissen verbessert eingehende Bildungspolitik, sondern auch direkt aus der Wirtschaft, für positive Impulse erforderlich sind. Zu diesem Zweck kooperiert Kapsch TrafficCom in mehreren engagierten Projekten mit Schulen, Universitäten und Fachhochschulen. Im Unternehmen selbst bietet Kapsch TrafficCom ein Arbeitsumfeld, das die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützt: So werden hierfür nach Bedarf ausgerichtete flexible Arbeitszeitmodelle angeboten. Für den Fall, dass die Kinderbetreuung kurzfristig ausfällt, haben wir beispielsweise ein speziell eingerichtetes Familienzimmer geschaffen. Für den hier arbeitenden Elternteil wird dadurch die Möglichkeit geschaffen, seinen Fürsorgeinteressen jederzeit nachkommen zu können.

Foto: Kapsch