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Keineswegs abgehoben: Bettina Ganghofer, GF des Salzburger Flughafens, über ihre Pläne und Ziele

Seit gut 100 Tagen ist Bettina Ganghofer Geschäftsführerin des Salzburger Flughafens, seit Anfang 2018 alleinige Geschäftsführerin. Zuletzt war sie acht Jahre in unterschiedlichen Funktionen bei der Mitteldeutschen Flughafen AG beschäftigt. ABW stellt die Aiport-Managerin vor.

Zu Beginn ihrer Tätigkeit im Oktober des Vorjahres stand das Kennenlernen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – „und ich wurde mit großer Herzlichkeit vom Team Flughafen Salzburg empfangen. Und da jeder Flughafen etwas anders ist, bin ich natürlich auch dabei, die Salzburger Spezialitäten dieses wunderschönen W.A. Mozart Flughafens zu entdecken, von der neuen VIP-Lounge bis hin zu großartig organisierten Wintersamstagen, von den Vorfelddiensten bis hin zum Tower. Ich habe mir mittlerweile einen sehr guten Überblick verschaffen können und viele schöne und interessante Momente erleben dürfen“, so Ganghofer. Aber nicht alles ist immer nur schön, die Insolvenzen der Air Berlin und im weiteren Lauf des letzten Jahres die der Fly Niki belasteten natürlich die Entwicklung des Flughafen. „Da hoffe ich auch im Sinne der Mitarbeiter dieser langjährigen Kunden, dass die Zukunft gute Lösungen für alle bringt“, betont Bettina Ganghofer. Fasziniert ist die Managerin vor allem von der Themenvielfalt, die der Flughafen zu bieten hat: Veranstaltungsterminal, anstehende Pistensanierung, Nachhaltigkeit und vor allen Dingen der Dialog mit den Kunden, den Gästen, der Mitarbeiterschaft und den Nachbarn.

Bettina Ganghofer, MA, Geschäftsführerin des Salzburger Flughafens

Der Flughafen der Salzburger

Dieses Jahr will Bettina Ganghofer bestehende Flugstrecken sichern und neue interessante Flugverbindungen ab Salzburg gemeinsam mit Airlines und Veranstaltern entwickeln. Auf der anderen Seite muss das Standbein des Non-Aviation Geschäftes verstärkt werden. „Hier werden wir alle Möglichkeiten ausloten, um den Standort für alle Gäste noch attraktiver zu gestalten. Ganz wichtig sind mir die direkten Nachbarn diesseits und jenseits der Grenze. Menschen, die im direkten Nahbereich eines Flughafens leben, wollen gut informiert sein und sollen wissen, dass jede Frage, die an den Salzburger Flughafen herangetragen wird, genau geprüft und beantwortet wird. Wir haben und werden immer ein offenes Ohr für Probleme und Anliegen haben. Für mich steht dieser „Grenzenlos“ Gedanke im Vordergrund – ich möchte den Salzburger Flughafen als EuRegio Airport Salzburg und Bayern positionieren. Wenn die Einwohner in unserem Einzugsgebiet an den Salzburger Flughafen denken, sollen sie an „ihren“ Flughafen denken Wir unterstützen den Tourismus, sind für Industrie und Wirtschaft wichtig und wir sind ein Flughafen für die Menschen in der Region und ein guter Nachbar.“

Attraktiver Arbeitgeber

In den kommenden Jahren soll die Poleposition unter den Regionalairports natürlich behalten werden, denn immerhin ist Salzburg bereits jetzt der größte Bundesländerflughafen in Österreich. Um attraktiv zu bleiben muss ein gutes Flugprogramm, sowohl für die Geschäftsreisenden als auch alle Privatreisenden, angeboten werden.
Als großes Infrastrukturunternehmen ist der Salzburger Flughafen ein wichtiger überregionaler Investor und Arbeitgeber. „Wir sind ein attraktiver Arbeitgeber mit einer breiten Palette von unterschiedlichen Aufgaben und Berufen, von der Ausbildung bis hin zu den Entwicklungsmöglichkeiten. Diese Attraktivität muss aber ständig weitergestaltet werden – eine überaus spannende Aufgabe“, sagt Ganghofer. Mittelfristig wünscht sie sich noch mehr wirtschaftliche Ansiedlung am Flughafen. Ob es sich dabei um einzelne Unternehmen handeln soll oder ob die große Idee eines Airportparks die richtige Antwort darauf ist, müsse aber erst analysiert werden.

Die Region begeistert einfach

Fragt man Bettina Ganghofer, was „Ihren“ Flughafen auszeichnet, kommt sie ins Schwärmen: „Die Menschen am Flughafen und in der Umgebung – charmant und gastfreundlich, die Lage im Herzen Westösterreichs, direkt benachbart zum Berchtesgadenerland und dem Chiemgau, die Berge, die Kultur, die Geschichte, die Natur, das Schifahren, das Wandern, glasklare Seen, wo soll ich aufhören? Die Salzburger Region begeistert einfach – nicht nur die Menschen, sondern auch Wirtschaftsbetriebe, die sich hier mit ihren Zentralen angesiedelt haben. Sie suchen die Österreich Zentralen von Spar, DM, Lidl, Wenatex, Contipark, Porsche, Palfinger oder die Weltzentrale von Red Bull – in Salzburg und Umgebung werden Sie fündig! Die Geburtsstätte von Mozart, die Wiege des Stille Nacht Liedes, die Heimat von „Sound of music“, die Heimat von Karajan und Wahlheimat vieler prominenter Menschen, das und vieles mehr ist Salzburg. Obwohl ich nicht aus Salzburg stamme, kann ich die Begeisterung der Menschen, die als Gäste oder Besucher hier her kommen, nur zu gut verstehen. Und wir haben natürlich einen unschlagbaren Vorteil – kurze Wege, motivierte und ausgezeichnete Dienstleisterbereitschaft am Flughafen und in seinem Umfeld.“

Freundin klarer Worte

Wird demnächst vielleicht auch wieder ein Jet der ehemaligen Niki in Salzburg landen? „Egal welche Airline sich für Salzburg interessiert – wir reden mit allen. Niki ist ja zu Laudamotion geworden. Hier wird es noch Zeit brauchen, bis alles in die Gänge kommt und alle Steine, die im Weg liegen, beseitigt sind. Aber ich bin da optimistisch. Wir sind für alle Partner, die Salzburg in ihrem Flugprogramm haben, sehr dankbar und wir pflegen diese Partnerschaften sehr gewissenhaft“, betont Bettina Ganghofer. Als gewissenhaft bezeichnet die Airport-Geschäftsführerin auch ihren Arbeitsstil. Zudem ehrlich, zielorientiert und konsequent, freundlich, fair. Sie vermeidet Umwege und hört den Menschen gerne zu. „Durch Zuhören, Überlegen und dann miteinander reden können nahezu alle Unwegsamkeiten des Lebens ausgeräumt werden. Ich bin eine Freundin klarer Worte und geplanten und gut durchdachten Handelns sowie Transparenz der Entscheidungen. Um den heißen Brei herumreden liegt mir einfach nicht. Auch binde ich meine Kollegen gerne in alle Themen ein und schätze offenes Feedback, insbesondere wenn es mal etwas kritischer wird.“ Von ihren Mitarbeitern erwartet Bettina Ganghofer Teamwork und Flexibilität: „Die Mannschaft am Salzburger Flughafen ist gut eingespielt und jedes Zahnrad greift wie in einem Uhrwerk abgestimmt in das andere. Wir müssen als Flughafen schlagkräftig bleiben und schnell auf Situationen reagieren können. Das Herzblut der Frauen und Männer die hier arbeiten steckt in diesem Unternehmen – das spürt man und das soll auch so bleiben. In Stichworten: ehrlich, aufgabenfokussiert, freundlich und fair, am liebsten hochmotiviert und reflektierend, ob und wo noch etwas besser ginge und dies dann auch sagen bzw. tun. Das Miteinander ist mir wichtig.“

In der zweiten Heimat angekommen

Besonders schätzt Bettina Ganghofer an ihrer Tätigkeit die Möglichkeit, andere Menschen kennen zu lernen, mit ihnen gemeinsam zu gestalten, die Abwechslung im Alltag, Herausforderungen zu meistern und jeden Tag etwas Neues entdecken zu dürfen. „Und wenn uns am Flughafen was Gutes gelingt, freue ich mich natürlich, stolz auf die Mannschaft sein zu dürfen“, ergänzt Ganghofer. Die gebürtige Deutsche und Mutter zweier Kinder fühlt sich in Salzburg sehr wohl und ist dankbar. „Die Menschen hier am Flughafen und in Salzburg haben mich sehr herzlich in ihrer Mitte aufgenommen – ich bin angekommen. Derzeit habe ich eine möblierte Wohnung in Salzburg gemietet – das ist aber nur für den Übergang gedacht. Es dauert hoffentlich nicht mehr lange und unser Haus in Thalgau ist fertig gestellt, dann werden auch die letzten Umzugskartons und Möbel die Übersiedelung nach Österreich abschließen. Jetzt freue ich mich erst einmal, dass meine Familie nach Salzburg kommt und dann auf die neuen Herausforderungen.“

Foto: Flughafen Salzburg