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Erste Frau an der Spitze: Lydia Gepp die neue Geschäftsführerin von Ankerbrot

Ich bin sehr glücklich, die letzten zehn Jahre auf einige außergewöhnliche Highlights zurückblicken zu dürfen“, sagt Gepp und weiter: „Etwas Besonderes wird für mich immer die Neuausrichtung von Österreichs ältestem und damals noch größtem Weingut „Stift Klosterneuburg“ sein. In der mehr als 900-jährigen Geschichte des Stiftes bin ich bis dato die einzige Frau, die ein Weingut der Chorherren führen durfte.“ 2008 bis 2012 agierte sie privat als Sportmanager im Spitzensport in der Disziplin Biathlon. „Gemeinsam mit meinem Partner betreuten wir herangehende Biathleten aus sehr vielen unterschiedlichen Nationen welche sich in dieser Disziplin im IBU Cup, und in weiterer Folge Weltcup, etablieren wollten. „2010 ist es mir gelungen, meinen Partner als Nationaltrainer der finnischen Biathlon Nationalmannschaft zu platzieren. Wir feierten mit der Finnin Kaisa Mäkäräinen den Gesamtweltcup-Sieg in dieser Saison und den Weltmeistertitel“, erzählt die Managerin.

Herausforderung

Die Sanierung der Ardo Austria Frost in den Jahren 2012 bis 2014, welche in Groß Enzersdorf 95 Prozent des gesamten Marktvolumens an gefrorenem Gemüse aus dem Marchfeld verarbeitet, war eine spannende Herausforderung und ein weiteres berufliches Highlight für sie. Gepp: „Der Ausschlag des Erfolges war geprägt durch absolutes Vertrauen und der Zusammenarbeit mit der Eigentümer Familie Haspeslagh aus Belgien. Ein Paradebeispiel einer erfolgreichen und nachhaltigen Sanierungen mit internationalen Verflechtungen eines weltweit tätigen Familienbetriebes mit 3.600 Mitarbeitern.“ 

Wegbereiter

Ihre Tätigkeit 2015/2016 als vorerst alleinige Interim Geschäftsführerin des Niederösterreichischen Pressehauses und der Burgenländischen Volkszeitung war, retrospektiv betrachtet durch die gleichzeitige Führung von zwei unterschiedlichen Branchen wie Druck und Medien durch die Komplexität, der Wegbereiter für ihre heutige Aufgabe und Verantwortung als erste Frau an der Spitze von Ankerbrot. Lydia Gepp ist spezialisiert auf die Sanierung und Restrukturierung von Unternehmen. Ihr Branchenfokus war grundsätzlich die produzierende Industrie mit Spezialisierung in der Nahrungs- und Genussmittelbranche. „Da in den letzten Jahren nicht nur Fleisch, Gewürze, Wein und gefrorenes Gemüse sondern auch Bäckerei-Betriebe zu meinem Repertoire zählten, wurde mir die Führung von Ankerbrot angeboten, worüber ich mich sehr gefreut habe.“

126 Jahre Unternehmensgeschichte 

Anker blickt auf 126 Jahre Unternehmensgeschichte zurück. „Das bedeutet zum einen, dass wir mit Stolz zurückblicken auf die Bedeutung, die ANKER für Wien hat, zum anderen sehen wir es auch als Auftrag, die Zukunft ebenso erfolgreich weiter zu gestalten und als verantwortungsvoller Bäcker in Österreich zu agieren. Dies bedingt höchste Qualität und Sorgfalt, beginnend bei der Auswahl unserer Lieferanten über die Produktion bis hin zum Umgang mit unseren Mitarbeitern sowie der Umwelt.“ Seit dem Frühjahr 2017 ist durch eine Beteiligung auch das Niederösterreichische Familienunternehmen Lindauer und Wagner ein Teil von ANKER. Diese Bündelung von sich perfekt ergänzenden Kompetenzen trägt weiter zur Stärkung der Marke bei. Ehemals k. u. k. Hoflieferant, verbindet ANKER heute traditionelle Handwerkskunst mit innovativer Produktfertigung und -entwicklung. „Kompetenzen, auf die wir auch in Zukunft setzen werden“, sagt Gepp. Ihre nächsten Ziele: „Ich werde mit meinen Teams die Neuausrichtung des Unternehmens fortführen und meinen Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung und Expansion von Ankerbrot legen.“

Geheimnis des Erfolgs

Wenn man in ihrer Branche erfolgreich sein will, muss man, sagt Gepp, drei Eigenschaften mitbringen: Leidenschaft gepaart mit Ausdauer und Authentizität. „Die Bereitschaft uss da sein, Verantwortung zu übernehmen. Es bedarf einer großen Portion an Eigenmotivation und der Fähigkeit Teams zu Höchstleistungen motivieren zu können. Sei es durch Kommunikation und dem dadurch wachsendem Vertrauen oder durch smart gesteckte Ziele, die Freude bereiten. Wenn es ein Geheimnis für Erfolg gibt, so ist es, den Standpunkt des Anderen zu verstehen und die Dinge aus der Perspektive des Anderen sowie aus seiner eigenen Perspektive zu sehen“, zitiert Gepp Henry Ford. „Mein Erfolgsrezept resümiert aus Empathie und der Fähigkeit durch eine offene, ehrliche und wertschätzende Kommunikation das Vertrauen der Menschen zu gewinnen, sowie Klarheit und Transparenz zu schaffen.

3 Fragen an Lydia Gepp

Worauf legen Sie bei Gebäck wert?

Ein Gebäck muss schon beim bloßen Betrachten Lust auf das Erleben des Geschmackes bereiten und beim ersten Biss halten, was es verspricht. Zubereitet aus gesunden Rohstoffen der Region, mit Liebe verarbeitet und eine funktionelle Wirkung auf den Körper sollte gegeben sein. 

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf – und was gefällt Ihnen weniger?

Meine Leidenschaft der Verbindung von Management, gesunder Ernährung und Sport. Diese Werte definieren mein Leben, sei es beruflich oder privat. Daher empfinde ich es als ein großes Geschenk, als erste Frau für Ankerbrot die Verantwortung übernehmen zu dürfen und auch hier meinen „Fußabdruck“ zu hinterlassen, sei es nun beim Design der Filialen, der laufenden Verbesserung der Produktqualität oder auch unserer neuen Produktinnovationen – um nur einige Beispiele zu erwähnen. Was mich persönlich am meisten stört ist, dass es mir nicht immer gelingt, den täglichen Versuchungen der köstlichen Produkte zu widerstehen und auf meine Figur zu achten.

Abseits Ihres Berufes – was ist Ihnen wichtig?

Ich freue mich über jede Minute, die ich mit meinem Partner zusammen sein kann. Ich liebe es, alle zwei Wochen in meine Wahlheimat nach Osttirol zu fahren. Die eine oder andere Tour in den Dolomiten zu unternehmen, in der Sonne zu sitzen und regionale Schmankerl der Region zu genießen. Es geht nichts über ein eiskaltes Glas frisches Quellwasser und ein Stück hartes Brot. Das sind auch die Dinge, die ich auf meinen Reisen immer sehr vermisse und die bei mir eine Sehnsucht nach unseren „österreichischen Kostbarkeiten“ auslösen. Darum verstehe ich den Wiener, wenn es heißt: Worauf freut sich der Wiener, wenn er vom Urlaub kommt? „Auf Hochquellwasser und Ankerbrot“ .

Foto: Ankerbrot/LG